
Jugendjahre.......
Auszug aus "Theo Kelz -
Bombenopfer" von S. Lattacher
Theo Kelz kam als drittes der
insgesamt zehn Kinder der
Familie Andreas und Johanna Kelz
in Agsdorf zur Welt. Johanna
Kelz bereute es nie, so viele
Kinder großgezogen zu haben. Für
die heutigen Familien sei ein
Kind oft schon ein »Problem«,
sagt sie. Trotz der vielen
Schicksalsschläge - Tod des
Ehemannes und zweier Kinder und
der bösen Sache mit Theo (Siehe
Bombenopfer) - strahlt Johanna
Kelz Güte und Herzenswärme aus,
als wären die tragischen
Ereignisse in ihrer Familie nie
passiert. Ihr fester Glaube half
ihr über die schlimmsten Momente
ihres Lebens hinweg. Die geistig
rege Frau beschäftigt sich mit
Kräuterkunde und weiß viel über
alte Heilweisen zu berichten.
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Heimatgemeinde |
Mein Elternhaus |
Meine Mutter |
Der zur Gemeinde St. Urban am
Urbansee gehörende Ort Agsdorf
liegt in einem wunderschönen
Erholungsgebiet inmitten der
Kärntner Berge. In dieser
urtümlichen Gegend verlebten die
Kelzkinder eine karge aber
unbeschwerte Kindheit. »Davon
können heute sehr viele nur noch
träumen«, sagt Theo Kelz. Das
Verhältnis der Geschwister
untereinander war gut. Die
Kinder lernten füreinander da zu
sein. Diese Gemeinschaftlichkeit
in jungen Jahren verbindet die
Geschwister Kelz noch heute.
Theo Kelz erlebte in den
schlimmsten Minuten seines
Lebens, dass er sich auf seine
Familie wirklich verlassen kann.
Denn ohne ihre Hilfe hätte er es
nie geschafft, sagt er.
![]() Ruth-Andreas-Theo |
![]() Theo-Firmung |
![]() Theo - Ewald - Buggl |
Nach der Pflichtschule und dem
Grundwehrdienst beim Bundesheer
lernte Theo Kelz das
Maurerhandwerk. Als Kinder
halfen sie oft ihrem Vater, der
im Baugewerbe tätig war. Damals
entwickelte Theo Kelz ein
starkes Empfinden für
Gerechtigkeit. In der Baufirma,
in der er beschäftigt war,
setzte er sich für die Rechte
der Arbeiter ein. Doch diese
Tätigkeit füllte ihn nicht ganz
aus. Er hoffte, bei der Polizei
seine Vorstellungen von
Gerechtigkeit besser
verwirklichen zu können. Als
24jähriger bewarb sich Theo Kelz
um Aufnahme bei der Klagenfurter
Sicherheitswache. Vorher baute
er noch sein Haus in Höfling bei
Feldkirchen fertig.
![]() Theo - Übermüdung |
![]() Mit Andrea nach China |
![]() Meine Familie |
Nach erfolgreicher
Aufnahmeprüfung besuchte er ab
August 1977 die Polizeischule in
Wien und trat danach seinen
Dienst in der
Bundespolizeidirektion
Klagenfurt an. Dort versah er
Dienst auf verschiedenen
Dienststellen. 1990 kam er
wieder nach Wien und machte die
Ausbildung für Dienst führende
Beamte. Auch die Ausbildung zum
sachkundigen Organ im Erkennen
und Behandeln von
sprengstoffverdächtigen
Gegenständen machte er in Wien.
Schon in seinem zivilen Beruf
interessierte sich Kelz für
Sprengarbeiten; als Maurer und
Polier machte er Sprengkurse.
Sein Vater war ausgebildeter
Sprengmeister. Beim Bundesheer
war Kelz bei den Pionieren, wo
Sprengen zur Ausbildung gehörte.
Während seiner Tätigkeit als
sprengstoffsachkundiges Organ (SKO)
bei der Klagenfurter Polizei
hatte er viel mit der Bergung
von Kriegsrelikten zu tun. Als
in Österreich im Jahre 1993 die
Briefbombenanschläge begannen,
hatte er sehr viele Einsätze bei
der Überprüfung verdächtiger
Briefe und Pakete. »Jeder
Einsatz als SKO erzeugt ein
mulmiges Gefühl in der
Magengegend, weil man nie weiß,
um was es sich handelt«, sagt
Kelz.
Derzeit ist er in der
Einsatzleitstelle der
Klagenfurter Polizei
beschäftigt. Rückblickend auf
die Ereignisse in seinem Leben
sagt Kelz, er würde alles
genauso machen. Natürlich habe
man ihm Vorwürfe gemacht, er
hätte leichtsinnig gehandelt und
dieses oder jenes tun oder
unterlassen sollen. Hinterher
urteilt man immer leichter über
eine Sache. Theo Kelz hat aus
seiner schwierigen Lage nach dem
Unglück das Beste gemacht. Sein
Tatendrang ist ungebrochen.
Er
hat, ihm wahrsten Sinn des
Wortes,
alle Hände voll zu tun.